Autor Thema: Lange wird die Regierung nicht mehr halten  (Gelesen 118 mal)

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03. Juli 2010, 20:53:46
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Mit Wulff als neuem Bundespräsidenten haben sich die Menschen nach dem Deutschlandtrend abgefunden, die Regierung und vor allem die FDP hat durch die Wahl weiter an Zustimmung verloren Nach dem dritten Anlauf hat es Merkels Kandidat Christian Wulff erst  geschafft, dafür aber ist er auch noch mit absoluter Mehrheit zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden. Der biedere Wulff mit dem ewig bubihaft jungen und unschuldig wirkenden Gesicht war vor der Wahl umstritten. Gegen den seit seiner Jugend in der Partei groß gewordenen Wulff wurde von SPD und Grünen in einem taktischen Kalkül der konservative Theologe Joachim Gauck entgegen gestellt, der einige Sympathie in der Bevölkerung gewann, weil er manche persönlich als Autorität und als jemand überzeugte, der nicht aus der Kaste der Parteipolitik kam. Über die politischen Ansichten wurde wenig diskutiert, auch nicht von SPD und Grünen. Das überließ man lieber der Linken.
Nach dem neuen ARD-Deutschlandtrend hat die Bundeskanzlerin zwar durch die Entscheidung für Wulff und den knappen Wahlausgang, der wiederum die Uneinigkeit in der Regierungskoalition offenbarte, an Popularität eingebüßt, irgendwie scheint die Mehrheit aber nun den CDU-Politiker als den bislang jüngsten Bundespräsidenten zu akzeptieren. 72 Prozent geben ihm zumindest eine Chance und sagen, er werde ein guter Bundespräsident, was immer sie damit auch meinen. 58 Prozent finden, es sei doch der Richtige gewählt worden, während nur 35 Prozent sagen, dass Gauck der Richtige gewesen wären. Dahinter steckt sicherlich nicht nur Überzeugung, sondern eine Anpassungsleistung an das vorerst Unvermeidliche.
Am besten kommt an, dass er so brav und adrett wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zuleide tun. Gegenüber Gauck hat er den Vorteil, jünger zu sein. Die meisten Punkte erhält er, weil er sympathisch (82%) sei und Deutschland in der Welt gut vertreten könne (80%). Glaubwürdigkeit attestieren ihm auch noch 74 Prozent, dünner wird es dann schon, wenn es darum geht, ob er die richtigen Themen anspricht, politische Weitsicht hat und über den Parteien steht. Da haben doch  viele wohl die richtige Einschätzung, dass der Parteikarrierist politisch bislang nicht durch Visionen oder kluge Gedanken aufgefallen ist.
Da die Parteien für die Wahl des Präsidenten verantwortlich sind, das Volk aber ausgeschlossen ist und nun anstatt eines Volksvertreters wieder einen Parteisoldaten erhält, ist die Demokratiezufriedenheit erwartungsgemäß gleich um 13 Prozent eingebrochen. 51 Prozent sind nun "mit der Art und Weise, wie die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland funktioniert, alles in allem" unzufrieden. Das sollte die  Parteipolitiker doch aufhorchen lassen, wird es aber nicht. Die Unzufriedenheit mit der demokratischen Praxis in Deutschland verändert aber bislang noch nichts daran, dass 89 Prozent weiterhin die Demokratie für eine gute Regierungsform halten.


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« Letzte Änderung: 03. Juli 2010, 20:56:37 von Schimanski »
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